F5B Saison 2000 PDF Drucken E-Mail

Rückblick auf die F5B Saison 2000

 

Die WM 2000 in San Diego war sicher der Höhepunkt dieses Jahres. Doch schon am Militky Cup in Pfäffikon im Mai gab es Höchstleistungen zu verzeichnen. Nicht wie in anders lauteneden Mitteilungen in San Diego, sondern in der Schweiz wurde mit 2 mal 39 Strecken und 717 respektive 715 Punkten die Weltbestleistung dieses Jahres geflogen.

 

Im Vergleich zur Saison 99 gab es nicht viele Veränderungen zu verzeichnen. Schulze brachte endlich seinen sensorlosen F5B Regler in den Verkauf und schloss nach anfänglichen Schwierigkeiten technologisch zu Kontronik auf. Samba, der revolutionäre Antrieb aus dem Hause Kontronik, musste wegen Lieferschwierigkeiten in der Elektronikbranche auf nächstes Jahr verschoben werden. Hacker baute in der Grösse seiner Pylon Motoren einen F5B Antrieb, der mit einem 7:1 Getriebe noch 170 Gramm schwer ist! Die Leichtbauerei hatte mit den Modellen vom Russen Sobakin einen Höhepunkt erreicht und die Schallgrenze von 1700 Gramm ist deutlich unterschritten.

 

Der Newcomer der Saison 2000 ist sicher Remo Fratini, der als Mitglied der Modellfluggruppe Gossau für Italien an den Start ging und an seiner ersten WM den sehr guten 5. Rang erreichte. Seine Modelle sind auch von Sergey Sobakin hergestellt und er verwendete als einziger den kleinen Hacker Antrieb.

 

Propellerseitig versuchte man mit noch grösseren Steigungen die Modelle noch besser zu beschleunigen. Das deutsche Team verwendete Propeller in der Abmessung von 18 x 21 Zoll! Wie letztes Jahr hatten die Deutschen auch wieder spezielle Kontronik Motoren mit Cobaltblechen. Diese Bleche bringen nochmals eine Verbesserung des Wirkungsgrades um 3 bis 4 Prozent. Ich habe kurz vor der WM auch 2 von diesen Cobaltmotoren bekommen, da aber die Drehzahl um fast 2000 Umdrehungen höher lag als bei meinen alten Motoren und ich neue Propeller hätte machen müssen, verzichtete ich auf den Einsatz dieser Antriebe und flog mit dem alten Material von der EM 99.

 

Ohne gepuschte Akkus lief auch dieses Jahr nichts. Die meisten Piloten haben selbst gepuschte Sanyo 1000 mAh verwendet. Das US Team und einige wenige Andere haben 26 Stück von den 1250 mAh Sanyos verwendet. Als Einziger wagte George Shering (GB) ein Experiment mit 18 Stück 2000 mAh Sanyos und einem Hackermotor.

 

Den letzten Limbo flogen wir übrigens in Winterberg bei der Modellfluggruppe Kloten anlässlich der Swiss Nationals 2000. Starkes Westwindwetter und eine turbulente Leeseite des Waldes verhinderten meinen Vorsatz den letzten Limbo im Rückenflug zu absolvieren. Nicht zu vergessen auch der neue Vize Schweizermeister Erich Schilling, der mit einem Sobakin Modell vom letzten Jahr und einem KBM 42-24/5,2 bei widrigen Wetterverhältnissen eine Anspruchsvolle Leistung an der SM gezeigt hat.


Ausblick auf die F5B Saison 2001 und die WM 2002k

 

Neues Reglement, neue Flugzeuge und hoffentlich eine WM 2002 in Winterthur (sofern wir nicht am Bürokratismus scheitern!) motivieren für die neue Saison wieder Neues zu schaffen. Vieles wird mit dem Reglement ändern, welches ab 2001 seine Gültigkeit haben wird. 200 Sekunden Streckenflug und ohne Limbo direkt in den Dauerflug, welcher neu 600 Sekunden geht und in 3 Landekreisen von 10, 20 und 30 Meter Durchmesser endet. Mindestgewicht vom Modell 2000 Gramm bei maximal 75 g/dm2 Flächenbelastung.

 

Die Spannweite wird sich um 1700 mm einpendeln und man wird wieder richtig robuste Flieger bauen können, ohne um den letzten Epoxytropfen feilschen zu müssen. Empfängergehäuse und Akkuschrumpfschlauch kann wieder dort belassen werden wo es auch Sinn macht. Die Option Wölbklappe wird der Eine oder Andere ausprobieren. Die meisten verwendeten F5B Profile eignen sich ausgezeichnet für Wölbklappen. Aus zuverlässiger Quelle weiss ich, dass auf der Nürnberger Messe im Februar das erste auf das neue Reglement ausgelegte Serienmodell vorgestellt wird. Es wird nun wieder attraktiver für Produzenten F5B Modelle herzustellen, da die aufwendige Leichtbauweise, mit dem neuen Reglement sehr entschärft wird.

 

Motorenseitig wird sich im Moment nicht allzuviel tun. Wir warten immer noch gespannt auf den Samba von Kontronik, welcher mit einem Wirkungsgrad von über 90 % und seinem hohen Drehmoment noch eine kleine Leistungssteigerung bringen dürfte. Die etwas grösseren Tangos, die schon im Helikopter Verwendung finden, sind auf jeden Fall vom Feinsten.

 

Technologisch wird es sicher nicht notwendig sein ein Entwicklungsteam aus Aerodynamikern und Ingenieuren um sich zu scharen um ein competitives Modell zu entwickeln. Etwas Gefühl für elegante Formen und ein Profil, dass Ähnlichkeiten zu einem MH30 hat, sind schon gute Voraussetzungen selber ein F5B Modell zu bauen. In einem Team lassen sich die teuren Fräskosten für eine Negativform auf den Einzelnen reduzieren und in eine vernünftigen Bereich bringen.

 

Ich sehe alle Interessierten am Militky Cup 2001, wo wir die erste Standortbestimmung für das neue Reglement haben werden.

 

Urs Leodolter

                                                         

     
     

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Dezember 2009 um 14:01 Uhr